Modbus basiert auf einem Request/Response-Prinzip: Ein Client sendet eine Anfrage (z. B. „Lies Register 40001…“), das Gerät antwortet mit den angeforderten Daten oder einem Fehlercode.
Die eigentlichen Daten liegen in Registern bzw. Coils (binäre Ein-/Ausgänge) und werden über Funktionscodes adressiert (z. B. Lesen/Schreiben).
Typische Varianten sind:
- Modbus RTU (Remote Terminal Unit): Serielle Übertragung über RS‑485/RS‑232. Kompakt und robust, in Maschinen und Feldinstallationen sehr häufig. Wichtige Parameter sind Baudrate, Parität, Stopbits sowie die Geräteadresse (Slave-ID).
- Modbus ASCII: Ebenfalls seriell, aber mit durch Menschen lesbaren Telegrammen; heute seltener.
- Modbus TCP (Transmission Control Protocol): Über Ethernet/TCP/IP. Nutzt eine IP-Verbindung (typisch Port 502) und erlaubt die Einbindung in industrielle Netzwerke und Steuerungen.
Wichtige Praxisaspekte bei der Integration:
- Registermapping: Entscheidend ist, welche Signale (z. B. Drehzahl, Strom, Fehlermeldungen) auf welche Register abgebildet werden, inklusive Datentyp (16/32 Bit, Signed/Unsigned, Skalierung).
- Zeitverhalten: Abfragezyklen, Timeout, Retry-Strategien und Buslast beeinflussen Aktualität und Stabilität der Daten.
- Fehlerdiagnose: Modbus definiert Exception-Codes; zusätzlich sind Diagnose-Register oder herstellerspezifische Statuswörter üblich.
- Abgrenzung: Modbus ist ein Kommunikationsprotokoll, aber kein Sicherheitsprotokoll. Mechanismen wie Authentifizierung oder Verschlüsselung sind nicht Teil des Standards und müssen bei Bedarf auf Netzwerkebene ergänzt werden.
In Antriebs- und Steuerungsanwendungen wird Modbus häufig genutzt, um Sollwerte vorzugeben, Zustände zu lesen und Parameter zu setzen – z. B. zwischen Steuerung, HMI und Antriebselektronik.