In Projekten mit Motoren, Leistungselektronik und Steuerungen betreffen sie typischerweise mehrere Ebenen:
- Sicherheit und elektrische Anforderungen: z. B. Schutz gegen elektrischen Schlag, Isolationskonzepte, Kriech- und Luftstrecken, Erwärmung, mechanische Sicherheit.
- EMV (elektromagnetische Verträglichkeit): Grenzwerte und Prüfverfahren für Störaussendung und Störfestigkeit sind besonders relevant bei PWM-Reglern, Motorleitungen und Bürstenmotoren.
- Umwelt- und Belastungsprüfungen: Temperaturwechsel, Feuchtigkeit, Vibration, Schock, Korrosion – abhängig vom Einsatz (Industrie, mobile Anwendungen, Bahn etc.).
- Schutzarten und Gehäuseanforderungen: z. B. IP-Schutzklassen, wenn der Antrieb Staub oder Feuchtigkeit ausgesetzt ist.
- Branchenspezifische Vorgaben/Zulassungen: Je nach Zielmarkt können zusätzliche Anforderungen gelten (z. B. Fahrzeugumfeld, Industrieanlagen, Medizintechnik).
Wichtig ist die Normenstrategie: Nicht jede Norm ist für jedes Produkt relevant. In der Praxis wird zu Projektbeginn festgelegt, welche Zielmärkte, Umgebungen und Schnittstellen gelten. Daraus leiten sich Prüfpläne, Dokumentationsanforderungen und konstruktive Maßnahmen ab (z. B. Filterung/Schirmung für EMV, thermische Reserven, Materialwahl).
Gerade bei kundenspezifischen Antriebslösungen ist außerdem entscheidend, Normen nicht nur „am Ende“ zu prüfen, sondern früh in Design-Entscheidungen einzubauen (Elektroniklayout, Leitungsführung, Gehäuse, Kühlung, Auswahl von Komponenten).